ERZBISTUM KÖLN     

Konzeption

Katholisches Familienzentrum

Deutz Poll

                                                                     

 

1. Vorwort

 

Mitten in der Stadt, in Deutz, Poll und der Stegerwaldsiedlung, erleben wir in einem besonderen Maße die Umbrüche, die unsere plurale Gesellschaft mit ihren sich stets wandelnden Erscheinungsformen bewegen.

Auch Familien sind diesen ausgesetzt. Familie „geschieht“ dort, wo Kinder mit Erwachsenen zusammen leben. Hier werden die Spannungen unserer Zeit besonders deutlich. Dies erfordert eine veränderte Form der Sorge um die Lebensverhältnisse in Familien, der wir uns als katholische Kirche mit unserem Familienzentrum stellen wollen.

Die Pfarreien St. Heribert in Deutz und St. Joseph und Hl. Dreifaltigkeit in Poll arbeiten seit Jahren unter dem Leitwort „ Gemeinde glaubhaft gestalten“ zusammen. Den Familien gilt dabei ihr besonderes Interesse. Wir wollen sie in sämtlichen sozialen Erscheinungsformen stärken, ihnen in ihren sozialen, kulturellen und spirituellen Lebensformen entgegen kommen.

Papst Benedikt XVI selbst wies in seiner Enzyklika „Deus Caritas“ darauf hin, dass die Sorge um das Wohl aller Menschen und die Sorge von Familienmitgliedern untereinander ein unverzichtbares Kennzeichen der Praxis der Kirche darstellen.(DC 25)

Wir erleben die Umbrüche der Zeit als Chance zu neuen Anfängen und als Auftrag zu einer stärkeren Vernetzung. Unser Interesse dient dem Wachstum der Familie außerhalb der eigenen Wohnung und jenseits der kommerziellen Angebote. Es gehört zum Selbstverständnis der Kirche, dass unser Angebot an Hilfen und Unterstützung unabhängig von Kirchenzugehörigkeit, Religion, Ethnie oder politischer Weltanschauung gilt. (siehe DC 31). Gerade so wird Kirche spürbar, und verbindet sich unsere Lebenswelt mit christlichen Werten.

 

JedeR ist eingeladen, mit ihren / seinen Begabungen und Fähigkeiten mit zu wirken, aber auch die eigenen Bedürfnisse und Sehnsüchte vorzutragen.

Gerne lassen wir uns von dem Apostel Paulus leiten, der seiner Gemeinde schrieb: „Denn wie wir an dem einen Leib viele Glieder haben, aber nicht alle Glieder den selben Dienst leisten, so sind wir, die vielen, ein Leib in Christus, als einzelne aber sind wir Glieder, die zu einander gehören.“

Wir wollen sichtbar machen: JedeR Einzelne ist TrägerIn der Frohen Botschaft.


2. Sozialraumanalyse unseres Pfarreienverbandes

   

Die Strukturdaten ergeben für den Verbund des Familienzentrums ein nach Stadtteilen deutlich differenziertes Bild.  (Datenbasis im Anhang)

Das Einzugsgebiet besteht aus drei Stadteilen mit  unterschiedlicher Prägung, die jedoch insgesamt als typisch städtisch / innenstädtisch gelten können. 

In Stichworten sind die Stadtteile gekennzeichnet durch:

 

a: Stegerwaldsiedlung.

Dieser Teil gehört politisch zu Mülheim Süd. Er ist historisch geprägt durch die Werkssiedlungen (Motorenwerke Deutz) und durch den Sozialen Wohnungsbau, der ursprünglich dezidiert katholischen Charakter hatte.

Die Anzahl der KatholikInnen ist von ca. 7000 – zur Zeit des Kirchenbaus -  auf heute gut 1000 geschrumpft. An kirchlichen Gebäuden/ Einrichtungen finden sich hier neben dem Gotteshaus noch das kath. Familienforum Deutz/ Mülheim, die Offene Tür Teentown und bis 2008 der katholische Kindergarten (jetzt in Trägerschaft der Fröbelstiftung)

Heute ist der Stadtteil gekennzeichnet durch den hohen Anteil an sozialem Wohnungsbau, einen erhöhten Anteil an Arbeitslosen bzw. ALG2 unterstützten Haushalten.

In den letzten Jahren ist durch Zuzug der Anteil an Haushalten mit Migrationshintergrund stark gestiegen.

Unter dem Aspekt der Familienpastoral ist zu bemerken, dass dies einer der Stadtteile in Köln mit der höchsten Geburtenrate ist.

Unter dem Stichwort der Sozialraumanalyse soll hier nicht verschwiegen werden, dass die Kriminalstatistik lt. Auskunft der Polizei hier stark unterdurchschnittliche Fallzahlen aufweist.  Dies wiederspricht der oft geäußerten Einschätzung der älteren Mitbürger.

Aus den Daten der Sinusstudie ergeben sich folgende Auffälligkeiten:

Etablierte, Postmaterielle und Moderne Performer erreichen zusammen nicht mal ein Prozent der Bevölkerung. Die 26% der Experimentalisten lassen sich durch die  Architektur des Fragebogens erklären, nach dem Menschen ohne Kirchenmitgliedschaft und mit Migrationshintergrund oft hier subsumiert werden.

Die Traditionsverwurzelten, die Bürgerliche Mitte und die Konsummaterialisten sind mit rund 19% alle gleich stark.

Die klassischen Gruppen, die sich an Kirche binden, stellen hier mit den Konservativen (8%) und den Traditionsverwurzelten (19% = der mit Abstand höchste Wert im Pfarreieinverbund) nur etwas über ein Viertel der Bevölkerung.

Diese Zahlen bestätigen den erlebten Spalt zwischen den verbliebenen traditionellen kirchlichen Milieu und der Wohnbevölkerung. Sie zeigen aber insgesamt auch eine tiefe Spaltung innerhalb der Wohnbevölkerung. Der augenfällige Bedarf an sozialer Arbeit wird ebenso deutlich wie die Notwendigkeit, einen begleiteten Generationenwechsel zu initiieren. 

 

b: Deutz:

Politisch gehört Deutz zum Stadtteil Innenstadt. Dies entspricht auch der Bevölkerungsstruktur und der Entwicklung der Wirtschaftsstruktur.

Mehrere signifikante Bauprojekte kennzeichnen die Veränderung im Stadtteil Deutz.

Der Neubau mehrerer Verwaltungsgebäude (öffentlicher und privater Arbeitgeber) konzentrieren sich um den Bahnhof Deutz. Sie stehen für eine Entwicklung in der Wirtschaftsstruktur des Stadtteils, die sich sichtbar in der Auswahl an Geschäften in der Deutzer Freiheit niederschlägt. „ Aus 1 €-shops wurden Bistros.“

 

Der Abriss des Barmer Viertels 2006 und die Umwandlung von Wohnungen einer Wohnungsbaugenossenschaft in Eigentumswohnungen stehen stellvertretend für die Entwicklung der Bevölkerungsstruktur. Es ist eine erhöhte Fluktuation der Wohnbevölkerung fest zu stellen, wobei die Gesamtzahl der Bevölkerung schrumpft. Die Anzahl von ein und zwei Personen Haushalten steigt. Familien mit 2 Kindern ziehen oft in andere Stadtteile mit größeren Wohnungen bzw. geringeren Mieten. Der Stadtteil wird also erkennbar „innerstädtischer“ -  auch was die Größe und die Sozialstruktur der hier lebenden Familien anbelangt.

Östlich des Autobahnzubringers ist die Lage relativ stabil. Viele Mietwohnungen in grossen Wohneinheiten kennzeichnen diesen Bereich ebenso wie ein erhöhter Anteil an Studierenden, die aber nicht das soziale Umfeld prägen. Durch  die Diskussion um die Verlegung der Hochschule ist die Entwicklung unsicher. Südlich der Severinsbrücke bleibt die Lage relativ stabil. Hier sind viele Mietwohnungen einer Wohnungsbaugesellschaft zu finden, bei der bisher keine Privatisierungstendenzen erkennbar sind. Viele Mieter wohnen schon seit Jahren hier- der Neuzuzug von Familien geschieht eher mit einem Generationenwechsel.   

 

Diese Analyse schlägt sich auch in den Zahlen der Sinusstudie nieder. Die klassischen Milieus der Kirchenzugehörigkeit umfassen hier zusammen nur noch 16% ( Konservative 8%, Traditionsverwurzelte 8%) und ist damit die niedrigste im ganzen Seelsorgebereich. Dafür erreichen die Gruppe der Postmaterialisten( 14%) und der modernen Performer(16%) Spitzenwerte, die sonst nur an der anderen, innerstädtischen Rheinseite zu finden sind.

Die Herausforderung für die Kirche besteht hier in der Aufgeschlossenheit gegenüber den jüngeren Milieus und der veränderten gelebten Alltagskultur im Stadtteil. Dies wird auch die gelebte Alltagskultur der Gemeinde stark verändern müssen, will sie nicht zu einer Nischenerscheinung werden.

Für die Brachflächen der Motorenwerte Deutz ist, laut Stadtratsbeschluss, ab 2011 eine Bebauung mit innerstädtischem Wohnungsbau- samt Erschließung eines direkten Zugangs zum Rheinpark - vorgesehen.

  

c: Poll

Der Ortsteil Poll gehört politisch zu Porz. Innerhalb des Seelsorgebereichs gilt er als der dörfliche Teil. Dies entspricht dem baulichen Charakter um St. Joseph und der als intakt empfundenen Sozialstruktur der Gemeinde.

In den letzten Jahren wurden hier einige Industriebrachen (Poller Kirchweg) neu erschlossen und mit Wohnungen bebaut. Auch sind Gärten und Felder mit Reihenhäusern / Mehrfamilienwohnungen bebaut worden bzw. stehen kurz vor der Erschließung. Hier ist entsprechend des Angebots in den nächsten Jahren mit einem verstärkten Zuzug von Familien mit (kleinen) Kindern zu rechnen.

 

Wenn auch nicht im Ortsbild prägend, so finden sich in Poll jedoch mehrere Wohnheime bzw. Flüchtlinsunterkünfte. Die hier wohnenden Sinti und Roma bilden einen Schwerpunkt in der Arbeit des SKM Zentrums. In weiteren Unterkünften sind Asylsuchende oder Menschen in Maßnahmen zur Integration untergebracht. Die Anzahl ihrer Bewohner ist jedoch rückläufig und die Planungen der Stadt sehen eine Auflösung der Heime vor. 

Der überwiegende Teil Polls ist nicht als ländlich, sondern als vorstädtisch zu charakterisieren. In diesem Stadtteil befindet sich der höchste Anteil an Eigentumswohnungen bzw. Häusern unseres Seelsorgebereichs. Die Wohnbevölkerung ist relativ stabil und hat eine relativ geringe Arbeitslosigkeit der deutschen Bevölkerung zu verzeichnen.

Die Vernetzung der Familien ist hier erkennbar größer als in den anderen Stadtteilen. Signifikant ist die stets höhere Anzahl an Kommunionkindern und Firmanden im Verhältnis zur Größe der Katholikenzahl.

 

In den Zahlen der Sinusstudie fällt hier der besonders hohe Anteil an Konservativen auf (20%, d.i. Spitzenwert) auf. Zusammen mit den Traditionsverwurzelten ( 9%) kommt diese Milieus auf 29% und bilden den Spitzenwert innerhalb des Pfarreienverbandes. Auch die Zahl der Bürgerlichen Mitte ist mit 21% ein Spitzenwert, der nicht überrascht, und der durch die kommenden Bauvorhaben noch steigen dürfte. Unauffällig bis niedrig sind hier die Zahlen der Postmaterialisten(8%) und der modernen Performer ( 2%).

In diesen Zahlen bestätigt sich der  Eindruck, dass hier noch einiges an kirchlicher Arbeit (Familiengottesdienst, Ferienfreizeit) gut funktioniert, auch wenn Traditionsabbrüche ( z.B.Schützenverein) erkennbar sind.

    

 

 

 

3.  Aufbau des Familienzentrums
 

Für das Feld unseres Engagements für Familien steht als Organisation sichtbar das Familienzentrum.

Zusammen mit den KiTas, der Jugendarbeit, und anderen Trägern kirchlichen Engagements wurde hier ein Netzwerk für Familien geschaffen.

Mit  dem Familienzentrum und den anderen Trägern der Kinder und Jugendhilfe können wir auch praktisch, mit Rat und Tat beiseite stehen.

  

Das Zusammenleben von Erwachsenen mit Kindern gewinnt in Gemeinschaft, in Riten und kulturellen Impulsen an Wertigkeit. Unsere Sozialformen (Feiern, Feste, Gottesdienste, Projekte, Initiativen und feste Gruppen) und unsere Organisationsformen (Gremiensitzungen, Jahresplanungen, Raumplanungen Kommunikationsformen), knüpfen daran verbindlich an. 

   

Das katholische Familienzentrum versteht sich als ein Netzwerk, das Familien jeder Konfession/ Religion und jeder Sozialform unter­stützt, fördert und berät.

Alle Beteiligten Einrichtungen und die beteiligten Gruppen des Pfarrverbandes  koope­rieren und profitieren vom gebildeten Netzwerk.

Schwerpunkt bzw. Koordinationseinrichtung wird die KiTa St. Heribert.

 

Über die Ziele des Landes NRW hinaus verstehen wir die Arbeit des Familienzentrums als Pastorale Aufgabe, der sich unsere Kirche verpflichtet weiß.  Diese Aufgabe weist  - gerade angesichts der Daten der Sinusstudie -  über die bisherigen klassischen Aufgaben für Familien hinaus, die an den einzelnen Kirchorten verwurzelt war.

 

3.1  Das Familienzentrum / wir über uns

 

Das Netzwerk Katholisches Familienzentrum  besteht aus einem Verbund der KiTa St. Joseph und  St. Heribert, der KiTa samt SKM-Zentrum Rolshover Hof, der KiTa Hl. Dreifaltigkeit der Alexianer mit geplantem integrativen Ansatz und integriertem Wohnen der Alexianer und dem Familienforum  Köln- Deutz /Mülheim

Fest verankert im Koordinationskreis sind auch Vertreter des Pfarrgemeinderates (aus Deutz und Poll) und ein Vertreter des Kirchengemeindeverbandes als Trägervertreter.

 

Innerhalb des Familienzentrums wird jede Einrichtung Schwerpunkte des Angebotes vorhalten, die sich zum Teil aus ihren jeweiligen Trägerschaften und Aufgabenfeldern ergeben. Aus der Sozialraumanalyse ergeben sich darüber hinaus Schwerpunkte, die in er Verortung der jeweiligen Angebote umgesetzt werden sollen.

   

In unserer Pfarreiengemeinschaft gehören folgende Institutionen dazu:

 

Name des Familienzentrums:

Katholisches Familienzentrum Deutz Poll

  

Koordinierungsstelle/Schwerpunkteinrichtung:

Adresse:                                  

Kindertagesstätte St. Heribert

Frau Eva – Maria Ruckes

Lorenzstr. 5-7
50679 Köln
tel: 0221 811376

e-mail: kita-st.heribert@t-online.de

           

                                  

3.2 Verbundpartner:

Adresse(n):                          

Kindertagesstätte St. Joseph

Frau Anneliese Vogt

 

Poller Hauptstrasse 26

51105 Köln
tel: 0221 8307229
e-mail: kita-st.joseph@kidepo.de

  

Kindertagesstätte  St. Dreifaltigkeit

Frau Müller

 

Zum Milchmädchen 6

51105 Köln

tel: 0221 8303446

e-mail: kita@alexianer-koeln.de

  

                                      

FamilienForum  Köln /  Deutz Mülheim

Frau Büscher-Lueb

 

An St. Urban 2

51063  Köln

tel: 0221 880440

e-mail: info.deutz-muelheim@familienbildung-koeln.de

   

SKM Zentrum  Poll

Herr  Frank Manterfeld

 

Am Rolshover Hof 12

51105 Köln
tel.: 0221 836751

e-mail:  skm-zentrum.poll@skm-koeln.de

  

3.3  Kooperationspartner

Über den Kreis der Träger hinaus kooperiert   das Katholische Familienzent

rum ein Netzwerk mit

 

·        Caritasverband  Köln  ( Erziehungsberatung u.A.
 

·        Jugendamt Stadt Köln
(Tagespflege ASD Babysitterdienst)

·        Polizei
( u.a. Verkehrserziehung)

·        Grundschulen
( Terminabsprachen Infos )

·        Gesundheitsamt 
( zahnärztl. Prophylaxe, evtl. Ernährungsberatung)

·        Kath. Büchereien 
(Einführung, Einzelveranstaltungen Buchausstellung)

·        Schuldnerberatung
( SKM )

·        Teen Town / Kath. Jugendwerke Köln
Offene Jugendarbeit Stegerwald
(offene Angebote, jahreszeitl. Treffen, Stadtteilfest)

·        Bürgerzentrum Deutz
( Informationsaustausch, Terminabsprachen, jahreszeitl. Veranstaltungen)

·        Fröbel Kindergärten
( Informationen, gemeinsame jahreszeitl. Feste- st. Martin etc)

·        Ärzte
(Kinderarzt Veranstaltungen)

·        Logopäden
(Veranstaltungen, Einzeltherapien in gemieteten Räumen)

·        Stadtteil Arbeitskreise zu Jugend und soziales ( Stegerwald, Porz)

·        „Auster“ Ferienvertretung
(Info Austausch Vermittlung)

·        Hotel Sternstunde
(Info Austausch Vermittlung)

·        Kölsch Hätz Poll
(Vermittlung ehrenamtlicher Kräfte)

 

4.       Ziele

 

Wie schon in den Eingangsworten beschrieben wollen, wir mit dem Familienzentrum ein Netzwerk für  Kinder / Jugendliche mit den dazugehörigen Erwachsenen schaffen. Um glaubwürdig Kirche zu leben, und um die dazugehörige Offenheit für alle Menschen umzusetzen, müssen wir uns  in Bewegung auf die Menschen hin begeben.

Daher werden folgende Aspekte unseres Handelns von Bedeutung:

 

·        Kurze Wege und leichte Erreichbarkeit innerhalb des Stadtteils

·        Vernetzung  der Angebote innerhalb des Stadtteils

·        Information und Vermittlung  von speziellen Angeboten außerhalb des Sozialraums

 

·        Integration der vorhandenen Kulturen, Konfessionen und Gruppen unter der Prämisse der gemeinsamen Sorge um Kinder und Jugendliche

·        Wertschätzung aller  Familienmodelle und Sozialformen des Lebens von Erwachsenen mit Kindern

·        Fördern der Möglichkeit, mit Kindern ohne Einschränkung das Leben gestalten zu können

·        Verdeutlichen der christlichen Grundwerte als Ausgangsmotivation unseres Tuns

·        Förderung der Eltern darin, die Kinder auch mit religiöser Hintergrund und christlichen Werten erziehen zu können.

·        Einladung an Eltern und Kinder, mit gleichgesinnten und gleichaltrigen in unserer Pfarrei

 

5.      Familienpastorale Aspekte

Im Rahmen des Kath. Familienzentrums werden die bisherigen Angebote der Pfarrein so weit irgend möglich mit integriert. Angesichts der unterschiedlichen Bevölkerungsstruktur sind dabei jeweils angepasste Sozialformen zu berücksichtigen.

 

Wir bieten:

1        Grundlagen spirituellen Lebens  ( Fam. Messen, Meditationskreise Kindergottesdienst, Wallfahrten)

2        Religionspädagogische Vorträge u. Fortbildungen

3        Jahreszeitliche Angebote ( Karneval, Erntedank, Kirchenjahr)

4        Liturgiekreise

5        Offene Gruppen (Wandern, Bibelgruppe, Eine-Welt Arbeit, Kontaktcafes u.A. )

6        Krabbelgruppen / Spielkreise

7        Hilfe, Beratung und Unterstützung in  Fragen des Alltags
          (Familien- und Erziehungsberatung Schuldnerberatung Gesundheitsberatung)

8        Angebote der KJG und  der OT Teentown in  Stegerwald

9        Angebote des kath. Bildungswerks

10      Soziales und kulturelles Programm  ( Kolpingfamilie, DP-Forum, )

 

Die  Veränderungen in unserem Pfarrverband und die Entwicklungen in unseren Stadtteilen lassen es gar nicht zu, dass diese Angebote zu einem starren Programm werden.

 

Der gemeinsame Pfarrgemeinderat und die Ortsausschüsse werden den veränderten Bedingungen nachgehen und Anregungen aufgreifen.

Daher sehen schon jetzt einzelne Veranstaltungen (z.B. St. Martins-Feste)

in den einzelnen Stadtteilen sehr unterschiedlich aus.

So ist der Stadtteil Poll deutlich von klassischer Familienpastoral geprägt, und verfügt bisher auch über viele engagierte ehrenamtliche TrägerInnen

Demgegenüber ist im Stadtteil Stegerwald eine Familienpastoral ohne Kooperationspartner und professionelle Unterstützung kaum möglich. (St. Martinszug, Sommerfest, Karwoche)

In Deutz finden sich beide Erscheinungsformen nebeneinander, die aber stark unterlegt sind von grundsätzlich veränderten kommunikations- und Sozialformen. Mit der deutlichen innerstädtischen Struktur der Bevölkerung, ergibt sich hier eine signifikante Projektorientierung  der Arbeit unter Einbeziehung wechselnder ehrenamtlicher MitarbeiterInnen. 

Insgesamt drückt sich für uns hier aus, dass wir weniger die Kinder und Familien zu uns kommen lassen, sondern mehr und mehr auf die Kinder und Familien zugehen. Dies geschieht in einer Haltung, die von Interesse an der Lebenswirklichkeit der Menschen geprägt ist und ihnen Räume für ein gelungenes, engagiertes und an christlichen Werten orientiertes Leben eröffnet. 

Gerade in Zusammenarbeit mit den Kooperationspartnern wird so die pastorale Arbeit aus dem klassischen Umfeld der Gemeinde hin zu einem offenen Raum des kath. Familienzentrums hin geöffnet. Dies geht nur mit einer Offenheit für projektorientierte und zeitlich begrenzte Angebote, die sich an den Bedürfnissen und der Bereitschaft zur Mitarbeit der Familien orientieren.

 

6.      Personal und Qualifikation

Um die Deckung des Personalbedarfs der kath. Familienzentren (ehrenamtlich und hauptamtlich) zu ermöglichen, wird in Absprache der Kooperationspartner Personal aus den jeweils verschiedenen Institutionen eingesetzt werden.

Die Arbeit des kath. Familienzentrums wird durch fachlich kompetente und kommunikativ geschulte Fachkräfte begleitet. Sie begleiten die Besucher durch alle Phasen des familiären Lebens in persönlicher und familienfreundli­cher Atmosphäre.

Die Fortbildungsangebote der einzelnen Träger werden auf den prognostizierten Bedarf des Familienzentrums hin abgestimmt. Wo der Träger der jeweiligen Einrichtung dies nicht bieten kann, soll die Möglichkeit von trägerübergreifende Schulungen erschlossen werden. Auch eigene Schulungen im Rahmen des Familienzentrums Deutz-Poll sind möglich.

 

7.       Raumausstattung

Das Familienzentrum bietet Räumlichkeiten, die eine  Begegnung, Bildung und den Austausch für Erwachsene und Kindern ermöglichen. Die beteiligten Einrichtungen stellen neben den Räumen für die Kinder durch die Kooperation mit der Pfarrgemeinde auch Räume für Eltern zur Verfügung oder Räume, in denen sich Erwachsene und Kinder wohl fühlen können, z. B. Eltern-Kind Kurse, Eltern­cafe, Yoga, usw.

Dies umfasst ausdrücklich die Räume der Pfarreienverbundes, schließt, aber auch  nach Möglichkeit Räume einzelner Träger und Kooperationspartner mit ein.

 

8.       Finanzierung

Der zusätzliche Finanzierungsbedarf des Kath. Familienzentrums erfolgt durch die Vernetzung der verschiedenen Kooperationspartner, d.h. durch die Mittel der jeweiligen Träger. Bei bestimmten Kursen und einigen Angeboten können auch Beiträge der Eltern hinzu kommen. Allerdings besteht ein klares Inte­resse, diese möglichst niedrig zu halten, um einkommensschwache Familien nicht auszuschließen. Der einmalige Zuschuss von Seiten des Erzbistums und die regelmäßigen Zuschüsse von Seiten des Landes NRW sowie Spenden werden über ein eigens eingerichtetes Unterkonto der Rendantur verwaltet. Über diese Gelder ist einmal Jährlich Rechenschaft gegenüber dem Koordinationsteam und dem Kirchengemeindeverband abzulegen.

 

9.       Steuerung der Angebotsstruktur und Qualitätssicherung

Zwei Steuerungsfunktionen haben für die Entwicklung einer Vernetzten Angebots­struktur eine zentrale Bedeutung.

-         der Aufbau und die Pflege von Kooperationsbeziehungen zu unter­schiedlichen Akteuren sowie

-         die Koordinierung und Zusammenführung verschiedener Angebote.

 

Das Katholische Familienzentrum wird von einem Leitungsteam geführt.

Diesem gehören  Pfr. Dreher (und als Operative Leitung Pastoralreferent Klaus Große-Rhode) sowie die LeiterInnen der Verbundseinrichtungen an. Das Leitungsteam organisiert, kontrolliert und gestaltet das Familienzentrum gemäß dem Konzept.

Die Leitungsfunktion erfordert  regelmäßige Treffen ( etwa 1 mal /Monat), um die laufende Arbeit zu steuern und die Weiterentwicklung zu beobachten.

 

Zweimal im Jahr (bei Bedarf öfter) reflektiert die Koordinierungsgruppe Theorie und Praxis der Arbeit und setzt gegebenenfalls  neue Schwerpunkte und Akzente, damit das Fami­lienzentrum weiterhin ein Bildungs- Erfahrungs- und Begegnungs „Ort“ der Kir­che für die Familie in unseren Stadtteilen sein kann.

Diesem Koordinierungsgruppe gehören auch zwei VertreterInnen des Pfarrgemeinderates und ein Vertreter des Kirchengemeindeverbandes an.

 

Es finden regelmäßig Elternbefragungen zur Bedarfsanalyse und jährlich Abfragen zum Betreuungs- und Öffnungszeitenbedarf statt.

Abgelegte überprüfbare Dokumentationen, z.B. Bildungsdokumentation oder Päd-Quis-Ordner bieten eine weitere Qualitätssicherung.

 

10.  Öffentlichkeitsarbeit

Eine gute Öffentlichkeitsarbeit ist uns wichtig, um den Familien in unseren Stadtteilen unsere Arbeit transparent zu machen und unsere Arbeit vorzustel­len. Voraussetzung dafür ist  an erster Stelle die transparente Kommunikation innerhalb des Leitungsteams und die zwischen dem Leitungsteam und dem Seelsorgeteam.

Dem folgt die Darstellung nach außen durch:

 

-         Pressemitteilungen

-         Plakate

-         Verlinkung auf den jeweiligen Homepages

-         Mailinglisten

-         Flyer

-         Aushänge im Schaukasten

 

 

11.             Ausblick

 

Der Zusammenschluss innerhalb der ursprünglich  5 eigenständigen Pfarreien hat bei allen Beteiligten Spuren hinterlassen.

Mit der Errichtung eines Familienzentrums gilt es, die Vorteile der Kooperation neu in den Blick zu nehmen. Die Vielfalt der drei Stadtteile ist von daher eine Herausforderung, das Angebot auch breit zu fächern.

Die Ausrichtung des Familienzentrums und seines Angebotes ist daher nicht statisch zu verstehen. Mit den verschiedenen Kooperationspartnern und den drei Stadtteilen wollen wir in Zusammenarbeit Vielfalt lernen. 

Damit das erfolgreich sein kann, sind wir auf die Kooperation mit den Partnern ebenso angewiesen wie auf regelmäßige Rückmeldung von Seiten der Wohnbevölkerung her.

In Zusammenarbeit Vielfalt lernen wird der Weg sein, unsere gelebte Glaubwürdigkeit als Anwalt für Familien in Deutz und Poll zu einer verlässlichen Größe zu machen.

 
 

 Anhang

 

Strukturdaten des Seelsorgebereiches [1]

 

Diese Daten sind leider nur für Deutz und Poll einzeln verfügbar. Die Stegerwaldsiedlung gehört zu Mülheim (Wahlbezirke Mülheim Süd) Die etwas über zweitausend Haushalte sind nur in den Daten der Sinusstudie separat erfasst. Daher ließen sich manche Beobachtungen nur aus den größeren Zahlenzusammenhängen und den Beobachtungen vor Ort erschließen.  

 

Menschen und Familiensituationen in Deutz und Poll

Die Strukturdaten (Stand 31.12.2009) der einzelnen Stadtteile geben folgende Hin­weise:

 

 Bevölkerungsdichte:

 

 

Bevölkerung, Einwohner in Köln, 2009

 

Stadtteil Deutz

Stadtteil Poll

Stadt Köln

Einwohner

15.269

11.141

1.020.303

Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik - Informationsservice

 

 

 

 

 

 Altersstruktur:

 

Bevölkerung, Einwohner nach Alter, 2009

 

Stadtteil Deutz

Bezirk Poll

Stadt Köln

00 - < 03

343

313

28.130

03 - < 06

256

282

26.231

06 - < 10

326

414

33.922

10 - < 15

428

510

43.042

15 - < 18

293

335

26.255

18 - < 25

1.472

856

86.405

25 - < 35

3.331

1.459

167.559

35 - < 45

2.637

1.757

169.592

45 - < 55

2.049

1.651

147.944

55 - < 60

739

707

57.265

60 - < 65

716

584

50.491

65 - < 75

1.463

1.333

106.190

75 und älter

1.216

940

77.277

Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik - Informationsservice

 

 

 Migrationshintergrund:

 

Das hat in der inhaltlichen Ausprägung der Angebote vor Ort Konsequenzen z.B. für die Sprachförderung und die interkulturellen Angebote.

Bevölkerung, Einwohner mit Migrationshintergrund, 2009

 

Deutz

Poll

Stadt Köln

Einwohner mit Migrationshintergrund

3.881

3.012

320.448

Deutsche mit Migrationshintergrund

1.797

1.612

147.603

Aussiedler

651

787

55.411

Eingebürgerte

945

641

69.606

Ausländer

2.084

1.400

172.845

Afrika

131

62

8.835

Amerika

105

28

4.437

Asien

236

126

17.024

Europäische Union

835

455

55.502

Türkei

455

274

61.690

Übriges Europa

313

452

24.492

Sonstige

9

3

865

Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik - Informationsservice

 

 

 

 

HAUSHALTE MIT KINDERN

 

Haushalte, Haushalte mit Kind(ern), 2009

 

Stadtteil Deutz

Stadtteil Poll

Stadt Köln

Haushalte mit Kindern

1.112

1.075

97.185

darunter mit einem Kind

712

576

52.501

zwei und mehr Kindern

400

499

44.684

davon Ehepaare mit Kind(ern)

675

745

65.282

nichteheliche Paare mit Kind(ern)

91

58

6.801

Alleinerziehende

346

272

25.102

Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik - Informationsservice

 

 

Haushaltsgröße

 

Haushalte, Haushalte in Köln, 2009

 

Deutz

Poll

Stadt Köln

Haushalte in Köln

8.788

5.490

531.197

davon mit 1 Person

5.255

2.428

265.587

2 Personen

2.254

1.726

146.680

3 Personen

740

671

60.296

4 Personen

401

474

40.695

5 und mehr Personen

138

191

17.939

Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik - Informationsservice

 

 

 

Sozialstruktur Einkommen:

 

 

Gesundheit und Soziales, Hilfebedürftige nach SGB II - Grundsicherung für Arbeitssuchende, 2009

 

     Deutz

     Poll

Stadt Köln

Personen in Bedarfsgemeinschaften

1.234

1.098

116.870

Erwerbsfähige Hilfebedürftige

974

803

84.469

darunter Frauen

444

394

42.561

darunter Ausländer/-innen

245

239

31.489

Bedarfsgemeinschaften

812

589

61.715

darunter Single-BG

570

320

32.585

darunter Alleinerziehend

103

104

10.495

darunter Partner-BG ohne Kinder

48

59

6.713

darunter Partner-BG mit Kind(ern)

77

90

10.500

Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik - Informationsservice

 

 

Arbeitslose

 

Wirtschaft- und Arbeitsmarkt, Arbeitslose, 2009

 

Deutz

Poll

Stadt Köln

Arbeitslose insgesamt

670

549

52.956

Männer

416

308

29.387

Frauen

254

241

23.569

Deutsche

522

415

36.031

Ausländer/-innen

147

134

16.775

unter 25 Jahre

42

39

3.949

55 Jahre und älter

99

61

5.958

Langzeitarbeitslose

275

234

22.979

Arbeitslose mit Arbeitslosengeld II

497

447

42.074

Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik - Informationsservice

 

 

 Konfessionen:

 

Statistik für Bezirk/Stadtteil anzeigen

Bevölkerung, Konfession, 2009

 

Deutz

Poll

Stadt Köln

evangelisch

2.735

1.864

172.833

katholisch

6.248

5.055

399.433

sonstiges

6.286

4.222

448.037

Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik - Informationsservice

 

 

 

 

Die Daten aus der Sinusstudie

 

Sie beruhen auf der Basis von:

  2106 Haushalten  für die Stegerwaldsiedlung

11314 Haushalten für Deutz und

  5482 Haushalten für Poll

für das Erhebungsjahr 2005

 

Pfarrverbund

Stegerwald

Deutz

Poll

Kategorie

  5 %

  0 %

  6 %

  6 %

Etablierte

11 %

  0 %

14 %

  8 %

Post Materielle

10 %

  0 %

16 %

  2 %

Moderne Performer

11 %

  8 %

  8 %

20 %

Konservative

  9 %

19 %

  8 %

  9 %

Traditionsverwurzelte

  2 %

  2 %

  1 %

  2 %

DDR Nostalgisch

17 %

20 %

15 %

21 %

Bürgerliche Mitte

  9 %

18 %

  7 %

12 %

Konsum Materialisten

  7 %

  7 %

  6 %

  8 %

Hedonisten

19 %

26 %

19 %

12 %

Experimentalisten

 

 


[1] Vgl. Amt für Stadtentwicklung und Statistik der Stadt Köln – Informationsservice, Stand 31. 12. 2007 (www.stadt-koeln.de)

 


 


 

Ausführliches Konzept zum Download

Klicken Sie hier um unser Konzept im PDF-Format anzusehen...


logo_final

 
Zum Seitenanfang Seite weiterempfehlen Druckversion Kontakt  Barrierefrei Datenschutz  Impressum