18 | 07 | 2019

Diözesanpriester

Erzbistum Köln

Pfarrer Franz Boehm

Priester des Erzbistums Köln

 

*   3. Oktober 1880 Boleszyn (Westpreußen)

† 13. Februar 1945 KZ Dachau

 

Franz Boehm, am 3. Oktober 1880 in Westpreußen geboren, entstammte einer Lehrerfamilie. Die Grundschuljahre verbrachte er bereits im Rheinland. Das Abitur legte er in Mönchengladbach ab. Nach den philosophischen und theologischen Studien in Bonn wurde er 1906 zum Priester für das Erzbistum Köln geweiht. An seinen drei Kaplansstellen im Ruhrgebiet konnte er sich auch um die Polenseelsorge kümmern, da er die polnische Sprache beherrschte. Die erste Pfarrstelle trat er 1917 in Düsseldorf-Gerresheim an.

Als Pfarrer Boehm 1923 nach [Troisdorf-]Sieglar wechselte, begann sein Martyrium. Aus der Gestapokarteiakte ging folgendes hervor: 1934 Strafverfahren, das aber eingestellt wurde; 1935 Verbot, Religionsunterricht zu erteilen; zugleich erste Ausweisung, die allerdings 1936 durch Amnestie aufgehoben wurde; 1937 zweite und endgültige Ausweisung.

In seiner Pfarrstelle in Monheim von 1938 bis 1944 sollte sich seine Zeugenschaft vollenden: 1938 Geldstrafe; 1941 Verwarnung wegen Gottesdienste in polnischer Sprache; 1942 Sicherungsgeld in Höhe von 3 000 RM wegen einer Christkönigspredigt; Ostern 1944 Predigt gegen NS-Propagandafilme; danach im Zuge der Gewitteraktion nach dem 20. Juli 1944 Verhaftung in der Kirche und Einweisung in das Konzentrationslager Dachau am 11. August 1944. Dort starb er am 13. Februar 1945 an den Folgen einer Gesichtsrose.

Der vorbildliche Priester und dem Wort Gottes gehorsame Pfarrer lebt im Erzbistum Köln weiter als ein Blutzeuge, der um Christi willen in den Tod gegangen ist. Besonders in Monheim steht er in hohem Ansehen.

 

Sein Lebensmotto fand Franz Boehm in Anlehung an den Propheten Jesaja (56,10ff): "Ich will mit dem Vorwurf eines stummen Hundes nicht belastet werden!"

 

 

Das vollständige Lebensbild findet sich in "Zeugen für Christus", Band I, S. 342-345.

Kaplan Johannes Flintrop

Priester des Erzbistums Köln

 

* 23. Mai [Wuppertal-]Barmen
† 18. August 1942 KZ Dachau
 

Das Kolpingwerk hatte in der Zeit des Nationalsozialismus einen hohen Blutzoll zu verzeichnen: allein elf Martyrer sind um ihres Glaubens gestorben. Einer von ihnen war Johannes Flintrop. Geboren am 23. Mai 1904 in [Wuppertal-]Barmen und aufgewachsen in der Atmosphäre eines schlichten katholischen Elternhauses, wurde Flintrop nach den philosophischen und theologischen Studien im Jahre 1927 im Hohen Dom zu Köln zum Priester geweiht.

Seine erste Kaplansstelle erhielt der Dreiundzwanzigjährige in Köln-Mülheim, wo er segensreich über vier Jahre in der Pfarre Herz Jesu wirkte. Es folgten volle zehn Jahre als erster Kaplan an St. Lambertus in Mettmann, wo er auch bald das Amt des Bezirkspräses innehatte.

Durch seine offene Art wie angesichts seiner Gegnerschaft zum Nationalsozialismus wurde die Gestapo bald auf ihn aufmerksam. Nach dem Beginn des Rußlandfeldzugs 1941 hatte der Kaplan gegenüber Jugendlichen aus dem Arbeiterverein erklärt: „Den Krieg gegen Rußland haben wir noch nicht gewonnen“. Wenig später hatte Flintrop bei einem Krankenbesuch einer Frau anvertraut, daß „wir – gewiß ebenso wie die Russen – Greueltaten verübten“, was sofort gemeldet wurde. Da seine Einstellung zu Hitler allseits bekannt war, wurde Flintrop bald nach Düsseldorf ins Gefängnis gesteckt. Die Briefe an seine Eltern, die noch erhalten sind, künden in einfacher Sprache von seiner unbefangenen Art, wissend, daß er eine Dummheit begangen hatte.

Am 1. Mai 1942 in das KZ Dachau überstellt, starb der junge Seelsorger bereits am folgenden 28. August, an Phlegmone, wie die offizielle Mitteilung lautete. Nachdem die Urne in Mettmann eingetroffen war, bereiteten die Gläubigen von St. Lambertus und darüber hinaus ihrem geschätzten Kaplan eine Beerdigung, die wegen der großen Beteiligung, der Predigt des Pfarrers und des eindrucksvollen Schweigens den Charakter eines „stummen Protestes“ gegen den Naziterror annahm.

 

Das vollständige Lebensbild ist zu finden: Zeugen für Christus, Band I, S. 354-349.
 

Rektor Theodor Helten

Priester des Erzbistums Köln

 

*   9. April 1897 Köln-Ehrenfeld

† 18. Mai 1942 KZ Sachsenhausen

Monsignore Dr. Otto Müller

Verbandspräses der Katholischen Arbeitervereine Westdeutschlands

Priester des Erzbistums Köln

 

*   9. Dezember 1870 [Reichshof-]Eckenhagen

† 12. Oktober 1944 Strafanstalt Berlin-Tegel

Kaplan Everhard Richarz

Priester des Erzbistums Köln

 

*   6. Juni 1904 [Niederkassel-]Mondorf

† 13. Februar 1941 ebd.

Pfarrer Franz Vaaßen

Priester des Erzbistums Köln

 

* 23. Oktober 1881 Mönchengladbach

†   2. Oktober 1944 Düsseldorf-Kaiserswerth

Martyrer des Kolpingwerkes

Erzbistum Köln

Vikar Heinrich Richter

Priester des Erzbistums Köln

 

* 23. Dezember 1898 Köln-Mülheim

† ca. 8. April 1945 KZ Buchenwald (Außenlager Ohrdruf)

 

Vikar Heinrich Richter besuchte in Köln-Mülheim auch das Gymnasium. Nach Aufgaben in den Pfarrgemeinden in [Wuppertal-]Elberfeld und in Düsseldorf kam Vikar Richter nach Köln und wurde am 28.9.1931 zum Vizepräses der Kolpingfamilie Köln-Zentral berufen. Hier traf sich Richter mit Gleichgesinnten wie den Geschäftsführer des Kolpinghauses Theodor Babilon im "Kölner Kreis". Nach einer Intrige wurde Richter mit anderen verhaftet. Die Wut der Gestapo richtete sich gegen diese Bastion des Verbandskatholizismus. Nach Verhören und Folterungen wurde Richter in das KZ Buchenwald (Außenlager Ohrdruf) überführt, wo er den Entbehrungen erlag.

 

Das vollstänige Lebensbild findet sich in: Zeugen für Christus, Band I, S. 365-370.

Theodor Babilon

Geschäftsführer des Kolpinghauses Köln-Zentral

 

* 26. Februar Köln

† 11. Februar 1945 KZ Buchenwald (Außenlager Ohrdruf)

Laien

Erzbistum Köln

Dr. Randolph Freiherr von Breidbach-Bürresheim

Assesor - Oberleutnant

 

* 10. August 1912 Bonn

† 13. Juni 1945 KZ Sachsenhausen

Otto Gerig

Kaufmännischer Angestellter - Reichstagsabgeordneter

 

* 9. Juni 1885 Rosenberg (Baden)

† 3. Oktober 1944 KZ Buchenwald

Dr. Paul Lejeune-Jung

Syndikus der Zellstoffindustrie - Reichstagsabgeordneter

 

* 16. März 1882 Köln

†   8. September 1944 Gefängnis Berlin-Plötzensee

Bernhard Letterhaus

Verbandssekretär der Katholischen Arbeiterbewegung Westdeutschlands

 

* 10. Juli 1894 [Wuppertal-]Barmen

† 14. November 1944 Gefängnis Berlin-Plötzensee

Dr. Dr. Lisamaria Meirowsky

Ärztin

 

* 7. September 1904 Graudenz/Weichsel

† 9. August 1942 KZ Auschwitz

Hans Menkel

Tapezierer

 

* 14. November 1907 Eitorf/Sieg

† 30. September 1942 KZ Auschwitz-Birkenau

 

Adalbert Probst

Reichsführer der Deutschen Jugendkraft

 

* 26. Juli 1900 Regensburg

†   2. Juli 1934 auf drm Transport nach Lichtenberg b. Berlin

Dr. Hans Karl Rosenberg

Professor an der Pädagogischen Akademie

 

*  27. November 1891 Köln

† 17. April [Bonn-]Bad Godesberg

Joseph Roth

Volksschullehrer

 

* 30. Januar 1896 Köln

† 22. Januar 1945 [Bonn-]Friesdorf (nach KZ Buchenwald)

Heinrich Ruster

Schriftsteller - Journalist

 

* 14. Oktober 1884 [Euskirchen-]Kuchenheim

† 23. Oktober 1942 KZ Sachsenhausen

Elvira Sanders-Platz

Modistin

 

* 15. September 1891 Köln

† 10. August 1942 KZ Auschwitz

Dr. Benedikt Schmittmann

Universitätsprofessor

 

*  4. August 1872 Düsseldorf

† 13. September 1939 KZ Sachsenhausen

Leo Statz

Farbrikdirektor

 

* 17. Juli 1898 Köln

†  1. November 1943 Zuchthaus Brandenburg-Görden

Rosa Stein

Klosterpförtnerin

 

* 13. Dezember 1883 Lublinitz (Oberschlesien)

†  9. August 1942 KZ Auschwitz

Leo/Léon Trouet

Rechtsanwalt

 

*     6. April 1887 Malmedy

† 2./3. November 1944 Gefängnis Klingelpütz Köln

Franz Gabriel Virnich

Gutsbesitzer

 

* 28. März 1882 Bonn

†   5. April 1943 Zuchthaus Brandenburg-Görden